Die internationale Menschenrechtsorganisation „Human Rights Watch (HRW)“ hat die Menschenrechtslage in Nordkorea scharf kritisiert.
Das kommunistische Land verstoße gegen fast alle internationalen Standards zum Schutz der Menschenrechte, hieß es in einem Bericht der Organisation über die Menschenrechtslage der Welt 2004. Der Bericht wurde am Donnerstag in Washington veröffentlicht.
Dass Nordkorea im vergangenen September gegenüber dem britischen Außenstaatssekretär Bill Rammel zugegeben hatte, auf den Schutz der Menschenrechte weniger Priorität zu setzen und Arbeitslager zu betreiben, sei zumindest als kleiner Fortschritt zu bewerten. Keiner Menschenrechtsorganisation sei ein unmittelbarer Blick auf die Lage in Nordkorea gestattet.
„Human Rights Watch“ habe den Bericht nur nach Befragungen nordkoreanischer Flüchtlinge und ehemaliger Häftlinge der Arbeitslager verfassen können. Die Menschenrechtslage in Nordkorea gleiche demnach der Hölle, hieß es. In dem Bericht wurde darüber hinaus die Zahl der politischen Häftlinge in Nordkorea auf 200.000 geschätzt. Seit dem Ausbruch der Hungersnot in den 1990er Jahren seien bis zu zwei Millionen Menschen verhungert und hunderttausende aus politischen und wirtschaftlichen Gründen nach China geflüchtet.