Nach Einschätzung von Präsident Roh Moo-hyun ist ein plötzlicher Zusammenbruch des nordkoreanischen Regimes unwahrscheinlich.
Bei einem Treffen mit in Frankfurt am Main ansässigen Landsleuten betonte Roh, dass Seoul keine Absicht habe, Nordkoreas Zusammenbruch voranzutreiben. Er gehe davon aus, dass der Prozess der Wiedervereinigung auf der koreanischen Halbinsel auf stabile und vorhersehbare Weise gestaltet werde.
Zum ersten Mal hat Roh zudem sein Vier-Phasen-Wiedervereinigungskonzept vorgestellt: Nach der Etablierung eines Friedenssystems müssten zunächst Austausch und Zusammenarbeit gefördert werden. Nach einer Phase der Konföderation sollte dann die Wiedervereinigung zustande kommen.
Zum Streit um das nordkoreanische Nuklearprogramm sagte Roh, dass dieser nach langem Dialog beigelegt werde.
Unterdessen sagte Roh in einem Interview mit der deutschen Zeitung „Die Welt“, dass Druck auf Nordkorea die Lage verschlechtern würde. Sanktionen könnten in einer hoffnungslosen Situation angesprochen werden. Noch aber herrsche Hoffnung auf Nordkoreas Rückkehr zu Nukleargesprächen, hieß es.