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Rückgabe des Pukkwan-Monuments an Nordkorea 2006

#Meilensteine l 2018-10-11

Schritte zur Wiedervereinigung

ⓒ KBS News

In der turbulenten Geschichte Koreas wurden etwa 170.000 Kulturschätze während der Invasion ausländischer Mächte, der japanischen Kolonialherrschaft und des Korea-Kriegs ins Ausland geschafft. Es wurde bestätigt, dass von ihnen 66.000 in Japan landeten. In einem Fall arbeiteten Süd- und Nordkorea zusammen, um einen der Schätze wieder zurückzubringen. Die japanischen Truppen brachten eine Stele, das Pukkwan-Sieges-Monument, 1905 während des russisch-japanischen Kriegs nach Japan. Über dessen Rückführung 100 Jahr später sagt der Vorstandsvorsitzende des Monument-Gedenkverbandes, Park Geun-mok: 


Das Sieges-Monument wurde 1709 im 33. Jahr der Herrschaft von König Sukjong in Kilju in der Provinz Nord-Hamgyong hergestellt, um den Sieg über die japanischen Invasoren durch Jeong Mun-bu, dem General der Rechtschaffenden Armee, während des Imjin-Kriegs zu feiern. Das Monument ist 187 Zentimeter hoch und 66 Zentimeter breit. Während des russisch-japanischen Kriegs brachte ein japanischer Offizier 1905 das Monument als Trophäe nach Japan. Dort wurde auf das Monument ein etwa ein Tonnen schwerer Felsbrocken gelegt, um den Geist der koreanischen Widerstandskämpfer zu brechen. 


Das Monument geriet am Yasukuni-Schrein lange in Vergessenheit, bis es schließlich im Oktober 2005 in Zusammenarbeit mit Nordkorea und dank der gemeinsamen Bemühungen der Regierungen und ziviler Hilfe auf koreanischen Boden zurückgebracht wurde. Im März des nachfolgenden Jahres wurde das Monument an seiner originalen Stelle in Kilju in Nordkorea wieder aufgestellt.  

Die Stele wurde nach dem Verschwinden 1978 wieder erwähnt, als der japanische Historiker koreanischer Abstammung Choe Seo-myeon erklärte, dass sie im Yasukuni-Schrein aufgehoben werde. Zunächst verweigerte jedoch die Schrein-Verwaltung die Rückgabe. Das änderte sich 2004, als sich 40 nicht-staatliche Organisationen in Südkorea und Japan zusammen für die Rückgabe einsetzten. Am 1. März 2005 einigte sich der Vorsitzende der koreanisch-japanischen Buddhisten-Organisation mit dem Leiter des Schreins, dass die Stele zurückgegeben werde, falls auch Nordkorea dem Vorhaben zustimme:


Während des Asiatisch-Afrikanischen Gipfeltreffens im April 2005 in Indonesien schlug der damalige südkoreanische Premierminister Lee Hae-chan dem nordkoreanischen Parlamentsführer Kim Yong-nam Gespräche über die Angelegenheit vor. Lee sagte, dass der Zivilsektor bereits den größten Teil der Arbeit gemacht habe, und es bedürfe nur noch einer Vereinbarung der beiden Koreas. 


Doch die Beziehungen waren damals wegen des Atomstreits und der Debatte um Beileidsäußerungen zum zehnten Todestag des nordkoreanischen Staatsgründers Kim Il-sung 2004 angespannt. Doch im April 2005 gab es in Indonesien die ersten hochrangigen innerkoreanischen Gespräche seit fünf Jahren. Da beide Koreas sich über die Rückgabe des Monuments einigten, stimmte dem auch Japan im Oktober zu. Nach der Unterzeichnung des offiziellen Abkommens öffnete der Yasukuni-Schrein die Tore, um die Stele zurückzugeben. Das Pukkwan Sieges-Monument traf am 20. Oktober 2005 am Internationalen Flughafen von Incheon ein: 


Das war unbeschreiblich. Ich fühlte mich so dankbar, dass wir es vom japanischen Schrein zurückholen konnten. Nach der emotionalen Rückkehr wurde das Monument ins Nationalmuseum Koreas gebracht. Beide Koreas führten im Dezember jenes Jahres Ministergespräche, um das Monument an dessen ursprüngliche Stelle zurückzubringen. 


Im Februar 2006 einigten sich beide Seiten auf die Details des Transports. Die Rückkehr wurde als kulturelle Maßnahme im Geiste der Unabhängigkeitsbewegung vom 1. März 1919 bezeichnet: 


Am 1. März reiste eine südkoreanische Delegation von etwa 150 Regierungsbeamten und Mitgliedern ziviler Organisationen zusammen mit dem Monument nach Kaesong in Nordkorea. Es war ein historisches Ereignis, bei dem etwas durch die grenzüberschreitende Zusammenarbeit wiederhergestellt wurde, was lange als verloren galt. 


Am 1. März 2006 wurde das Monument über die Grenze nach Kaesong gebracht, wo es eine Übergabe-Zeremonie gab. Viele fragten sich, was beide Koreas noch alles zusammen schaffen könnten. An diesem Tag schlug Südkorea dem Norden Gespräche zwischen den zuständigen Beamten für das kulturelle Erbe vor, um den Austausch in diesem Bereich voranzutreiben. Nach der Zeremonie wurde die Stele zum Landkreis Kilju transportiert, wo sie als Nationalschatz Nummer 193 an ihrem ursprünglichen Ort wieder aufgestellt wurde: 


Ich würde gerne Nordkorea besuchen. Es sind derzeit viele politische Aktivitäten im Gang, und wir im zivilen Sektor schauen uns das genau an. Meine Bemühungen gelten der koreanischen Wiedervereinigung. Die Rückkehr des Pukkwan Sieges-Monuments durch die innerkoreanische Kooperation hat ein neues Kapitel in den Bemühungen geöffnet, koreanische Kulturschätze aus dem Ausland zurückzubringen.

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