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Südkorea notfalls zu Eingriffen am Devisenmarkt bereit

#Themen der Woche l 2019-08-10

Nachrichten

ⓒYONHAP News

Südkorea ist nach den Turbulenzen an den Börsen und Devisenmärkten weltweit wachsam.

Der Vizeministerpräsident und Finanzminister Hong Nam-ki sagte, die verstärkten Schwankungen auf dem Finanzmarkt seien das Resultat von externen und internen Risikofaktoren, die sich innerhalb kurzer Zeit überlagerten. Diese Einschätzung offenbarte Hong bei einer Dringlichkeitssitzung der Regierung und Zentralbank zur Makrowirtschaft am Mittwoch.


Die Notsitzung wurde einberufen, um angesichts der Kurseinbrüche an den Börsen nach der Einstufung Chinas als Währungsmanipulator, die Lage einzuschätzen und Maßnahmen zu erörtern. Minister Hong sagte, die Regierung werde alle Hebel in Bewegung setzen, um den Markt zu stabilieren. Unter anderem nannte er Maßnahmen zur Herstellung des Marktgleichgewichts und Lockerung von Regulierungen für Leerkäufe.


Hong sagte, sollten auf dem Devisenmarkt Unsicherheiten erkennbar werden, dann werde man präventiv und entschlossen zu Maßnahmen für die Marktstabilisierung greifen. Die Regierung werde alle Kräfte für eine Erholung in den Bereichen Export und Investition im zweiten Halbjahr aufbieten, damit die Wirtschaft wieder an Schwung gewinne.


Die USA hatten China offiziell der Währungsmanipulation bezichtigt, nachdem der Yuan am Montag die symbolische Marke von sieben Yuan pro Dollar überschritten hatte. In den letzten Tagen hatte sich der Handelsstreit zwischen den beiden Supermächsten weiter verschärft, nachdem die USA zusätzliche Strafzölle auf chinesische Importwaren angekündigt hatten. Peking erklärte daraufhin, die Einfuhr von landwirtschaftlichen Produkten aus den USA stoppen zu wollen.


Die Eskalation in dem Handelskonflikt führte zu der Sorge, die ohnehin schwächelnde globale Konjunktur könne sich weiter eintrüben. Südkorea steht unter dem direkten Einfluss des Handelsstreits, da die USA und China dessen größte Handelspartner sind. Hinzu kommen ungünstige Faktoren durch die Abkühlung der Konjunktur bei Halbleitern und Südkoreas Streichung aus Japans weißer Liste. Das Land steht zudem auf der US-Beobachtungsliste potenzieller Währungsmanipulatoren.


Minister Hong betonte, dass es keinen Grund zur übermäßigen Sorge gebe, da sich Südkoreas Solidität verbessert habe und die Daten zu Eingriffen der Regierung in den Devisenmarkt transparent seien.

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