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Die Geschichte von Gyeonu und Jiknyeo und der Komponist Lee Gang-deok

#Musik verbindet l 2025-08-28

Musik verbindet

Die Geschichte von Gyeonu und Jiknyeo und der Komponist Lee Gang-deok
Der 7. Juli nach dem Mondkalender wird auf Koreanisch Chilseok칠석 genannt. Der Legende nach ist das der eine Tag im Jahr, an dem der Kuhhirte Gyeonu견우 und die Weberin Jiknyeo직녀 sich sehen dürfen. Dieses in Korea weithin bekannte Liebespaar hatte seine Pflichten vernachlässigt und wurde daher vom König zur Strafe getrennt. Der König schickte sie auf unterschiedliche Seiten der Milchstraße, wo sie sich seitdem 354 Tage im Jahr vor Sehnsucht nacheinander verzehren. Doch am 7. Juli nach dem Mondkalender bauen jedes Jahr Schwalben und Krähen eine Brücke über die Milchstraße, und Gyeonu und Jiknyeo können diese überqueren und sich in die Arme schließen.
 
Die Geschichte von Gyeonu und Jiknyeo ist in vielen ostasiatischen Kulturen bekannt und hat verschiedene Bräuche hervorgebracht. In Japan glaubt man zum Beispiel, dass einen an diesem Tag die Geister seiner Vorfahren besuchen. Also schreibt man seine Wünsche auf Papier und bindet sie an Bambusbüsche. In Korea gibt es einen Brauch namens Geolgyo걸교, bei dem Frauen darum beten, eine gute Näherin oder Weberin zu werden. Zudem gibt es die Tradition des Jjakddeok짝떡, bei der ein Brautpaar sich einen Reiskuchen in Form eines Halbmondes teilt. Das soll eine lange und glückliche Ehe bringen. In China heiraten viele Menschen am 7. Juli nach dem Mondkalender, um mit einer großen Liebe wie der von Gyeonu und Jiknyeo gesegnet zu werden. In Vietnam dagegen wird dieser Tag von Hochzeitspaaren nach Möglichkeit gemieden, da das Paar ja am Ende schließlich getrennt wird.
 
Diese Woche möchten wir ihnen den traditionellen Komponisten Lee Gang-deok이강덕 vorstellen. Von vielen traditionellen Musikstücken ist der Komponist oder die Komponistin nicht bekannt. In der traditionellen koreanischen Musik gibt es ohnehin eigentlich keine Noten, auf deren Grundlage man ein Stück lernen kann. Die Schülerinnen und Schüler ahmen stattdessen ihre Lehrer nach und lernen Text und Melodien durch Wiederholung. Diese Methode wird Gujeonsimsu구전심수 genannt: Übermittelt durch den Mund, empfangen mit dem Herzen.
 
Während der japanischen Kolonialzeit wurde dann jedoch zunehmend die westliche Kultur nach Korea importiert, und traditionelle Musiker versuchten, Musik auf westliche Art zu komponieren. In den frühen 1960ern startete das National Gugak Center einen Wettbewerb für neue traditionelle Musikstücke, und die Praxis von Neukompositionen breitete sich weiter aus. Lee Gang-deok gewann bei diesem Wettbewerb mit seiner Komposition „Sae haneul새하늘“, zu Deutsch „Der neue Himmel“, den ersten Preis.

Lee wurde 1928 in Seoul geboren. Schon in jungem Alter zeigte er großes Interesse an Musik. Damals war es für Menschen des einfachen Volkes nicht leicht, Musik zu lernen. Doch glücklicherweise gab es eine neue Musikschule, die sich der Erhaltung der Hofmusik aus der Joseon-Ära widmete. Diese Schule unterwies ihre Schüler nicht nur in koreanischer höfischer Musik, sondern zahlte ihnen auch ein Stipendium, sodass sie sich keine Sorgen um ihren Lebensunterhalt machen mussten. Lee Gang-deok studierte dort die Flöte Piri피리 und die Zither Geomungo거문고. Zudem lernte er westliche Musiktheorie und Harmonielehre bei einem japanischen Professor an der Gyeongseong-Universität für Pädagogik, der zwei Mal die Woche an seiner Schule unterrichtete. Und wenn er Zeit hatte, besuchte er Meister der Volksmusik, um in allen Disziplinen der traditionellen Musik unterwiesen zu werden. So erwarb er ein vielfältiges und solides Grundwissen, das ihm später bei seinen Kompositionen zu Hilfe kam. Lee schrieb viele Orchesterstücke für das Traditionelle Orchester der Stadt Seoul, das 1965 als erstes traditionelles Orchester Koreas gegründet wurde.

In der traditionellen koreanischen Musik gibt es zwei Arten von Liedern, deren Texte ursprünglich Gedichte sind: Gagok가곡 und Sijochang시조창. Gagok sind stark reglementiert, während man bei Sijochang mehr kreativen Spielraum hat. „Mansusan“, zu Deutsch „Der Berg Mansusan“, ist ein solches Sijochang.

Musik
  1. „Ibyeolga“ - gesungen von Kim Yul-hee, Bassgitarre von Seo Yeong-do
  2. Gayageum-Konzert Nr. 1 von Lee Gang-deok - gespielt vom Traditionellen Orchester von KBS, Gayageum von Min Eui-sik
  3. „Mansusan“ - gesungen von Lee Jun-a

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