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Interessante Suchwörter der letzten Tage

#Suchwort Aktuell l 2019-03-15

Kreuz und Quer durch Korea

© YONHAP News / Lee Nak-yeon facebook

Wie wir bereits vor einigen Tagen in der Sendereihe Kreuz und Quer durch Korea kurz berichtet haben, wurde zum ersten Mal offiziell bestätigt, dass 2016 und 2018 zwei Südkoreaner mit Hilfe einer Sterbehilfe-Organisation in der Schweiz aus dem Leben geschieden sind. Nun steigt die Zahl der Menschen, die der Ansicht sind, dass der Mensch das Recht hat, zu bestimmen, was für ihn eine würdige Existenz bedeutet. Etwa 100 Südkoreaner sind bei zwei schweizerischen Sterbehilfe-Organisationen als Mitglied eingetragen, und das bedeutet, dass künftig diese Südkoreaner im Ausland mit Hilfe der ärztlich assistierten Sterbehilfe aus dem Leben scheiden können. Ärztlich assistierte Sterbehilfe ist in Südkorea illegal und ein ungewöhnlicher Begriff. In einigen US-Bundesstaaten und einigen Ländern wie Kanada, den Niederlanden, Belgien und der Schweiz ist sie legal und wird nicht bestraft. Dies hat mit der Erkenntnis zu tun, dass der Mensch das Recht habe, in Würde zu sterben, und dass dies eine Art Grundrecht sei. Es gibt aber auch viele Menschen, die ein solches Recht skeptisch sehen und sich mit dem Dammbruchargument dagegen äußern. Auch wenn die Sterbehilfe anfangs als freiwillige Entscheidung beschlossen wird, würde es schließlich dazu kommen, dass man durch andere Menschen dazu gebracht wird, auf das eigene Leben zu verzichten. Die Möglichkeit sei nicht auszuschließen, dass der Patient aus Beunruhigung, Angst bzw. einem Schuldgefühl heraus keine vernünftige Entscheidung treffen kann, oder dass er sich angesichts der finanziellen, emotionalen und psychischen Belastung der Familie für die Sterbehilfe entscheidet. Seit wenigen Jahren findet auch in der südkoreanischen Gesellschaft eine aktive Diskussion über das Sterben in Würde statt. Nach einer Umfrage sind acht von zehn Bürgern dafür, dass auch in Südkorea die Sterbehilfe erlaubt werden soll. Dieser Anteil ist gegenüber der Untersuchung vor zweieinhalb Jahren um 15 Prozentpunkte gestiegen. Diese Veränderung scheint mit der Steigerung der Zahl der Einpersonenhaushalte zu tun zu haben. Nun gibt es immer mehr Menschen, die lieber den Zeitpunkt ihres Todes bestimmen möchten, als in der leeren Wohnung einsam zu sterben. 


Die Netzbürger interessierten sich auch für die Nachricht, dass die Pro-Kopf-Ausgaben für den Besuch privater Lernanstalten bei Grund-, Mittel- und Oberschülern sechs Jahre in Folge gestiegen sind und im vergangenen Jahr den bisher höchsten Stand erreicht haben. An der betreffenden Untersuchung, die vom Erziehungsministerium im vergangenen Jahr durchgeführt wurde, nahmen rund 40.000 Eltern und Lehrer von 1.486 Schulen teil. Die Ausgaben für den Besuch privater Lernanstalten im Monatsdurchschnitt lagen im vergangenen Jahr umgerechnet bei rund 257 Dollar pro Person und sind gegenüber dem Vorjahr um 7% gestiegen. Diese Kosten sind sechs Jahre in Folge angestiegen und haben seit dem Beginn der betreffenden Untersuchung im Jahr 2007 den höchsten Stand erreicht. Auch die Steigerungsrate war diesmal am größten. Vor allem bei den Oberschülern sind die betreffenden Ausgaben mit 283 Dollar pro Kopf gegenüber dem Vorjahr um 12,8% gestiegen und haben zum ersten Mal die Ausgaben bei den Mittelschülern überschritten. Die gesamte Summe der Ausgaben für den Besuch privater Lernkurse bei den Schülern belief sich im Jahr 2018 auf 17,2 Milliarden Dollar. Sie ist damit im Vergleich zum Vorjahr um 4,4% nach oben geklettert. Auch der Anteil der Schüler, die private Lernanstalten besuchen, ist um 1,7 Prozentpunkte auf 72,8% gestiegen. Dieser Anteil betrug 2007 77%, fiel 2016 bis auf 67,8% und zeigt seitdem wieder eine steigende Tendenz. Der Anteil der private Lernanstalten besuchenden Schüler beträgt bei den Grundschülern 82,5% und ist damit um 24 Prozentpunkte höher als bei Mittel- und Oberschülern. Viele Netzbürger mit Kindern beschwerten sich darüber, dass die betreffenden Ausgaben bei ihnen in Wirklichkeit viel höher ausfallen. Die veröffentlichten Ausgaben seien Durchschnittswerte. Sie halten es außerdem für ein großes Problem, dass bei den Bildungsausgaben die Kluft zwischen den Geringverdienern und Hochverdienern sehr groß ist. Haushalte mit hohem Einkommen geben fünf Mal mehr aus als Geringverdiener. Je höher das Einkommen und je geringer die Kinderzahl, desto höher sind die betreffenden Ausgaben. 


Das Interesse der Netzbürger weckte auch die Nachricht, dass die Unternehmensgruppe LG beschlossen hat, den Grund-, Mittel- und Oberschulen im Land 10.000 Luftreinigungsgeräte mit einer großen Filterleistung zu spenden. Die Geräte haben einen Wert von insgesamt rund 12 Millionen Dollar. Ein hochrangiger Mitarbeiter des Konzerns sagte, dass die Spende beschlossen wurde, damit sich Kinder und Jugendliche, die gegen Feinstaub empfindlicher sind als Erwachsene, in einem noch gesünderen Umfeld aufhalten und dem Lernen widmen können. LG wolle auch künftig weiter der sozialen Rolle von Unternehmen gerecht werden. Das von LG gespendete Luftreiniger-Modell kann die Luft in einem Raum mit einer Fläche von 100 Quadratmetern schnell und effizient reinigen. Damit reicht das Volumen für einen Klassenraum bestens aus. Der Konzern will nach Beratungen mit betreffenden Behörden und Ämtern möglichst schnell die Luftreinigungsgeräte an die Schulen liefern. Angaben des Erziehungsministeriums zufolge ist in 41,9% von landesweit insgesamt 272.728 Klassenräumen keine Luftreinigungsanlage vorhanden. Mit der diesmaligen Spende von LG wird der Anteil unter 40% fallen.

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