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Volkslieder aus den nördlichen Regionen

#Musik verbindet l 2020-01-15

Musik verbindet


Bei Baebaengi-gut 배뱅이굿 handelt es sich um ein Lied, das oft in den Provinzen Hwanghae und Pyeongan, dem heutigen Nordkorea, gesungen wurde. Es wird auch als „Seodo Pansori“ bezeichnet, was Pansori aus der Westregion bedeutet. Dabei erzählt ein einzelner Sänger eine lange Geschichte im Pansori-Format. Auf unterhaltsame Weise wird die Geschichte von Baebaengi배뱅이 dargeboten. Beschrieben werden unter anderem eine unerwiderte Liebe, eine Geisterbeschwörung und sogar eine Geisterbesessenheit. Baebaengi, so wird es überliefert, war die Tochter von Minister Choi. Sie war sein Augapfel und Minister Choi und seine Frau wünschten sich nichts Sehnlicheres, als dass ihre schöne Tochter in eine gute Familie einheiratet. Doch das Mädchen verliebte sich in einen jungen buddhistischen Mönch und starb schließlich an gebrochenem Herzen, als ihre Liebe nicht erwidert wurde. Der Minister und seine Frau riefen daraufhin in ihrer großen Trauer die im ganzen Land bekannten Schamanenpriesterinnen zu sich, in der Hoffnung, über sie Kontakt zu dem Geist ihrer verstorbenen Tochter aufzunehmen. Davon hörte auch ein Betrüger in Pjöngjang, der beschloss, sich als Schamanenpriester auszugeben, um den trauernden Eltern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Er täuschte ein Ritual vor und log, dass er den Geist der Tochter sehen könne, dazu rief er mehrmals „Hier ist Baebaengi, hier ist Baebaengi“.


Mit dem Begriff „Gut“굿 werden verschiedene schamanistische Rituale zusammengefasst, die sich je nach Region und Funktion unterscheiden können. Wird ein Gut aus persönlichen Gründen abgehalten, umfasst das auch für gewöhnlich eine Danksagung an die Vorfahren sowie Schutzgeister, die böse Geister und Krankheiten vertreiben und so die Familie beschützen. Darunter gibt es ein Ritual zur Geisterbeschwörung, das als „Gongsu“ bezeichnet wird. Dabei nimmt der Geist einer verstorbenen Person von dem Körper einer Schamanin in Besitz, die für die Toten zu den Lebenden spricht. Durch diesen Prozess können die Lebenden Ungelöstes zwischen ihnen und den Toten klären und den Geistern helfen, sich von den Angelegenheiten dieser Welt zu lösen, damit sie in die nächste übertreten können. Niemand kann wissen, was nach dem Tod geschieht, doch dieses Ritual hilft den Lebenden, von ihren Gefühlen der Reue und des Bedauerns loszulassen, und kann ihnen Seelenfrieden schenken. Der Betrüger aus Pjöngjang mag mit seiner Täuschung mit viel Geld und Juwelen davongekommen sein, seine Lügen können dennoch den Eltern des toten Mädchens Trost gespendet und es ihnen ermöglicht haben, mit dem Tod ihres Kindes abzuschließen. 


Das Tungso ist ein koreanisches Blasinstrument, das in Vergessenheit geraten war. Doch Musiker in der Region Bukcheong haben die Tungso-Musiktradition bewahrt und erfreuerlicherweise erfährt dieses Bambusinstrument in den letzten Jahren ein Wiederaufleben. Viele Koreaner verbinden die Region Bukcheong mit Wasserhändlern. Gegen Ende der Joseon-Dynastie zogen viele Bukcheong-Einwohner für die Erziehung ihrer Kinder nach Hanyang, das heutige Seoul. Sie unterstützten ihre Kinder durch den Handel mit Wasser, was keine großen Investitionen erforderte. Und die Wasserhändler aus Bukcheong waren so tüchtig und so gut vernetzt, dass sie praktisch den gesamten Wasserhandel in Hanyang monopolisierten. Ihr Fleiß und ihre Zähigkeit haben sicher eine Rolle in der Erhaltung der Tungso-Musiktradition gespielt. 


Das koreanische Wort „Nanbong“ bedeutet Ausschweifung oder Zügellosigkeit, weshalb viele Koreaner fälschlicherweise etwas Negatives mit dem Lied „Nanbongga“ verbinden. Dabei wird damit nur ein Liebeslied bezeichnet, das in einem gemäßigten Tempo dargeboten wird.


Musik

  1. Ausschnitt aus dem „Baebaengi-gut“, gesungen von Lee Eun-kwan 배뱅이굿 중 가짜 박수무당 굿 / 소리 이은관
  2. „Dondolnari“, „Jeon Gap-seong Taryeong“, gesungen von Kim Deok-rye, begleitet am Tungso von Dong Seon-bon und Koh Jang-wook 돈돌날이, 전갑성타령 / 퉁소 동선본, 고장욱, 소리 김덕례
  3. „Nanbongga”, dargeboten von Akdan Gwangchil 난봉가 / 소리와 연주 악단광칠

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