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Die Magie-Industrie in Nordkorea

#Blick auf Nordkorea l 2021-09-09

Schritte zur Wiedervereinigung

ⓒ KBS

Ich erinnere mich, dass ich von einer Magieshow in Nordkorea total fasziniert war. Die Show war so großartig und mysteriös, dass ich auf meinem Sitz wie gefesselt war. In Nordkorea gibt es jetzt auch Zauber-Übungsinstitute für normale Bürger. Früher haben sie sich Magieshows nur angeschaut, jetzt nehmen einige auch an landesweiten Magie-Wettbewerben teil. 


Magieveranstaltungen sind in Nordkorea sehr beliebt. Sie werden im Fernsehen vorgestellt, und die Magie-Industrie erhält eine staatliche Unterstützung. Dazu sagt Jeong Eun Chan vom National-Institut für Vereinigungserziehung in Südkorea: 


Nordkorea schneidet seit Anfang der 1970er Jahren gut bei internationalen Magiewettkämpfen ab. Damals wurde ein nordkoreanischer Zauberer der erste Asiate, der den ersten Preis bei einem internationalen Magiewettkampf erhielt. Nordkorea förderte in den 70er Jahren aktiv den Personenkult um den damaligen Machthaber Kim Il-sung. Damals wurde sein Sohn Kim Jong-il als Nachfolger bestimmt. Er war für die Kultur- und Kunstszene einschließlich der Zauberkünste verantwortlich. Nach seiner Machtübernahme wies er die Beamten an, die fortschrittlichsten Fähigkeiten in der Magieindustrie einzuführen. Es wurden 3D-Bilder in Magieshows vorgeführt.  


Nordkorea gründete 2001 den Magier-Verband Koreas, und ein Jahr später errichtete es ein exklusives Magier-Theater: 


Nordkorea hat eine große Magie-Veranstaltung gefördert, die 2011 im Stadion des 1. Mai in Pjöngjang abgehalten wurde. Die Zuschauer waren fasziniert von den erstaunlichen Tricks. Ein Bus und ein Hubschrauber verschwanden dabei etwa spontan. Der Staat unterstützt Magie-Veranstaltungen nach Kräften. Magie ist ein Mittel, das Regime zu erhalten, und die Kulturindustrie wird im In- und Ausland gefördert, um die interne Einheit zu sichern. 


In Nordkorea werden Magieshows auch als Teil einer Zirkus-Vorführung gesehen, die auch als Kyoye bezeichnet wird. Kyoye umfasst Zaubereien, Akrobatik, Tieraktionen und Komik-Nummern. Der nordkoreanische Zirkus begann 1952 mit der Gründung des Nationalzirkus während des Korea-Kriegs. Später wurde sein Name in Pjöngjang-Zirkus geändert. Der Pjöngjang-Zirkus und der Zirkus der Volksarmee halten jedes Jahr in eigenen Theatern ihre Shows ab:


Nordkorea definiert Zirkusveranstaltungen als eine der wichtigen Künste des Landes und schätzt sie wie andere kommunistische Staaten sehr hoch ein. Besonders die nordkoreanischen Akrobaten sind unheimlich gut. Einige Veranstaltungen zeigen auch traditionelle koreanische Spiele wie etwa Neolttwigi, das dem Wippen ähnlich ist. Die Akrobaten springen auf dem Brett vier Meter hoch. Die nordkoreanischen Zirkusvorführungen sind wirklich spektakulär.


Viele Nordkoreaner hoffen, Kyoye-Künstler zu werden. Talentierte Kinder werden über ein strenges Beobachtungssystem ausgewählt und absolvieren ein hartes Training in spezialisierten Einrichtungen, zu denen auch die Pjöngjanger Zirkusschule gehört. Viele nordkoreanische Zirkusakteure haben dank der Förderung der Regierung Preise bei internationalen Wettkämpfen gewonnen. Nordkoreanische Zirkusvorführungen gehören auch zu den touristischen Attraktionen:


Nordkoreanische Zirkusvorführungen enthalten typischerweise ideologische Elemente, die aber nicht deutlich geäußert werden. Ausländer sehen nur die fantastischen Techniken der Aufführenden. Viele ausländische Besucher in Nordkorea sagen, dass sie von den Zirkusshows beeindruckt waren.  


Unter den Kyoye sind Magieshows besonders populär. Eine nordkoreanische Familie, die seit drei Generationen Magier hervorbringt, ist sehr bekannt. Kim Thaek-song ist ein älterer Magier, der als Dozent an der Pjöngjanger Zirkusschule arbeitete. Sein beiden Söhne Kim Chol und Kim Gwang-chol treten ebenfalls als Zauberer auf. Kim Gwang-chol zog während des innerkoreanischen Gipfeltreffens 2018 im Grenzort Panmunjom die Aufmerksamkeit durch eine Magieshow auf sich. Zwei Enkel sind ebenfalls Zauberer:


Kim Thaek-song leistete einen großen Beitrag für die Entwicklung der nordkoreanischen Magie-Industrie in den 1970er Jahren. Er gewann den Kim Il-sung-Preis, den höchsten Preis in Literatur und Kunst. Auch erhielt er Ehrentitel wie “Volkskünstler” und “Held der harten Arbeit”. Auch wurde er im Ausland bekannt, nachdem er an Magie-Festivals in der Tschechischen Republik und Österreich teilnahm. Seine beiden Söhne präsentierten noch kreativere magische Fähigkeiten, währen seine beiden Enkel moderne Techniken in die einheimische Magier-Szene einführten.


Es wird davon ausgegangen, dass Magieshows in Nordkorea ein großes Wachstumspotenzial haben:

 

Machthaber Kim Jong-un hat großes Interesse an der Entwicklung der Kulturindustrie wie auch an Wissenschaft und Technologie. Als Teil der Bemührungen, globalen Trends in der Kultur zu folgen, wird der Machthaber wohl die Magie-Industrie weiterentwickeln. Ich denke, Magie ist vielleicht das beste Instrument für das Land, seine kulturellen Errungenschaften weltweit zu fördern. Auch könnte Nordkorea die Magieshows nutzen, um Devisen einzunehmen.

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