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Kultur

Immaterielles Kulturerbe

#Musik verbindet l 2019-06-05

Musik verbindet


Koreas Kulturgüter von großem historischem sowie künstlerischem Wert versuchen die Zentralregierung und die lokalen Behörden des Landes zu schützen, indem sie diese zu immateriellen Kulturgütern erklären. Nachdem ein Kulturerbe zum nationalen immateriellen Kulturgut anerkannt wurde, soll es mindestens einmal im Jahr der koreanischen Öffentlichkeit zugängig gemacht werden. Solche Ausstellungen oder Konzerte bieten eine gute Gelegenheit, das Kulturerbe einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen und sie an die nächste Generation weiterzugeben. Das buddhistische Ritual Yeongsanjae영산재 wurde 1973 zum immateriellen Kulturgut Nr. 50 ernannt und 2009 von der UNESCO in die Liste des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Dieses buddhistische Ritual wird am 49. Tag nach dem Tod des Verstorbenen abgehalten. Im Buddhismus entscheiden die guten Taten aus dem vergangenen Leben über das nächste Leben, und für die Entscheidungsfällung braucht es 49 Tage. Genau so lange halten die Familien der verstorbenen Personen ein Ritual ab, um den Toten ein gutes nächstes Leben zu wünschen. Beim Ritual Yeongsanjae werden dabei nicht nur der verstorbenen Person gedacht, sondern auch anderen Geistern ohne liebende Angehörige, um alle ihre Seelen zu retten. Für diese großer Feier werden auch traditionelle buddhistische Musik sowie Tänze aufgeführt. Die Gesellschaft zur Bewahrung des Yeongsanjae führt jährlich am 6. Juni, dem Gefallenengedenktag in Korea, ein solches Ritual auf. Damit soll derjenigen gedacht werden, die ihr Leben zum Schutz des Landes geopfert hatten. 


Die bei solchen Ritualen von den buddhistischen Mönchen gesungenen Lieder werden Beompae범패 genannt. „Beom“ steht für Indien und „pae“ für die Klänge buddhistischer Gebete, und so bedeutet das Wort Beompae eigentlich „Klänge aus Indien“. Diese besondere Form der Musik stammte ursprünglich aus Indien und fand seinen Weg über China schließlich nach Korea. Laut dem Samgukyusa삼국유사, einer Sammlung von Geschichten und Erzählungen aus der Zeit der Drei Königreiche, waren Beompae bereits in Silla bekannt und verbreiteten sich weiter in der Zeit des Vereinigten Silla-Reiches. Über 1000 Jahre haben diese Gesänge überdauert und werden bis heute aufgeführt. Die buddhistische Musik hatte so einen großen Einfluss auf die traditionelle koreanische Musik nehmen können. Auf den koreanischen Gefallenengedenktag folgt am 5. Mai nach dem Mondkalender der Dano-Tag. Dieser Tag feiert den Frühling auf seinem Höhepunkt, der schönsten Zeit des Jahres. Am Dano-Tag messen sich die Männer im traditionellen Ringkampf씨름 und die Frauen vergnügen sich beim Schaukelspiel. An diesem Tag soll die positive Yang-Energie in besonders hoher Konzentration vorkommen, weshalb die Menschen gerade an diesem Tag dazu angeregt werden, aktiv zu sein. Es war dann auch der Dano-Tag mit all seinen Aktivitäten und Vergnügungen, an dem sich der junge Lee Mong-ryong aus dem Pansori Chunhyangga춘향가 in die gleichnamige Titelheldin Chunhyang verliebt..


China zufolge ist Dano auf den chinesischen Dichter und Beamten Qu Yuan zurückzuführen. Als dieser ins Exil geschickt wurde, beklagte er die missliche Lage seines Landes und sprang in den Fluss, wo er seinen Tod fand. Dies soll sich am 5. Mai nach dem Mondkalender zugetragen haben. Als sich die Nachricht von Qu Yuans Selbstmord verbreitete, eilten daraufhin die Menschen zum Fluss und fütterten die Fische, um den Körper des Dichters vor ihren hungrigen Mäulern zu schützen. Das Drachenbootrennen, das in China am Dano-Tag veranstaltelt wird, soll sich eben aus diesem Herbeieilen ableiten, als die Menschen versuchten, rasch den toten Dichter zu finden und aus dem Wasser zu ziehen. Vor diesem Hintergrund ist auch der chinesische Protest gegen die Aufnahme des koreanischen Dano-Festes von Gangneung in die UNESCO-Liste des Immateriellen Weltkulturerbes zu verstehen. Allerdings hat das Dano-Festival von Gangneung weder eine Verbindung mit Qu Yuan noch China. Denn es handelt sich hierbei um ein Ritual, das in Gangneung und in umliegenden Dörfern abgehalten wurde, um für Frieden und Wohlstand zu bitten. Hier treffen Elemente aus Konfuzianismus, Buddhismus, Taoismus und Volksglauben aufeinander, mit dem Hauptziel, in der einheimischen Bevölkerung ein Gemeinschaftsgefühl herzustellen. Während des Dano-Festes werden verschiedene Zeremonien abgehalten wie beispielsweise ein konfuzianisches Ritual für die Berggottheit oder ein Schamanenritual, um für die Sicherheit der Dörfer und ihre Bewohner zu beten. 


Musik  

  1. „Bokcheongge“ und „Cheonsubara“, gesungen von Mönch Guhae, gespielt an der Trommel von Mönch Beophyeon 복청게, 천수바라 / 소리 호적 구해스님, 북 법현스님
  2. Ausschnitt aus dem Pansori „Chunhyangga“, gesungen von Kim Jun-su und begleitet von der Band „Zweiter Mond“ 춘향가 중 적성가 / 김준수 소리, 두번째 달 연주
  3. „Sejungut“, gesungen von Kim Yu-seon, begleitet von Kim Seok-chul 강릉단오굿 중 세준굿 / 소리 김유선, 연주 김석출

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