Zum Menü Zum Inhalt
Go Top

Hintergrund

Viel Unruhe am südkoreanischen Finanzmarkt

#Themen der Woche l 2022-10-01

Nachrichten

ⓒYONHAP News

Die geldpolitische Straffung durch die US-Notenbank (Fed) hat am südkoreanischen Finanzmarkt erneut für Schockwellen gesorgt. 


Die Landeswährung Won verlor dramatisch an Wert, der Leitindex Kospi gab auf den tiefsten Stand seit mehr als zwei Jahren nach. 


Am Montag kostete ein US-Dollar nach Handelsschluss 1.431,3 Won. Erstmals nach 13 Jahren und sechs Monaten hatte der Won-Dollar-Wechselkurs die Marke von 1.430 Won je Dollar übertroffen. Der Leitindex Kospi und der Technologie-Index Kosdaq brachen jeweils um drei Prozent beziehungsweise fünf Prozent ein. Zum Handelsschluss stand der Kospi bei 2.220,94 Punkten und notierte damit 3,02 Prozent tiefer als am Freitag davor.


Tags darauf konnten sich zwar der Devisen- und Aktienmarkt von ihren Tiefs etwas erholen, Rezessionsängste sorgten aber weiterhin für große Unsicherheit an den Märkten. 


Wie angekündigt, erhöhte die US-Notenbank die Zinsen das dritte Mal in Folge um 0,75 Prozentpunkte in den Bereich von 3,0 bis 3,25 Prozent. Weltweit macht sich seitdem an den Finanzmärkten  Verunsicherung breit. Der restriktive Kurs der US-Notenbank verlieh dem Dollar Auftrieb. Der starke Greenback lässt andere wichtige Währungen in ihrem Wert sinken. Gleichzeitig bestehen große Konjunktursorgen. 


Die Ankündigung der britischen Regierung, mit massiven Steuersenkungen die Wirtschaft anzukurbeln sowie der Wahlsieg der rechten Parteien in Italien drückten an den Börsen ebenfalls auf die Stimmung. 


Dazu gesellt sich die Gefahr einer neuen asiatischen Wirtschaftskrise. Bloomberg berichtete von wachsenden Sorgen, dass sich angesichts des drastischen Wertverlusts des japanischen Yen und chinesischen Yuan die Asienkrise von 1997 wiederholen könnte. 


Die südkoreanische Wirtschaft ist wegen der Abwertung des Won sowie Umkehrung der Zinsverhältnisse mit einer komplexen Krisensituation konfrontiert. Die südkoreanische Zentralbank befindet sich in einem Dilemma. Angesichts der Möglichkeit eines starken Kapitalabflusses sieht sie sich gezwungen, die Zinsen weiter zu erhöhen. Steigende Zinsen dämpfen jedoch die Nachfrage und treiben die Wirtschaft in die Rezession.

Die Redaktion empfiehlt

Close

Diese Webseite verwendet Cookies und andere Techniken, um die Servicequalität zu verbessern. Die fortgesetzte Nutzung der Webseite gilt als Zustimmung zur Anwendung dieser Techniken und zu den Richtlinien von KBS. Mehr >