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Internationales

Greenpeace wirft Tokio Herunterspielen der Gefährlichkeit verseuchten AKW-Wassers vor

Write: 2020-10-23 13:41:57Update: 2020-10-23 14:54:05

Greenpeace wirft Tokio Herunterspielen der Gefährlichkeit verseuchten AKW-Wassers vor

Photo : YONHAP News

Greenpeace hat der japanischen Regierung vorgeworfen, die Gefährlichkeit des radioaktiv kontaminierten Wassers aus dem Atomkraftwerk Fukushima herunterzuspielen.

Die internationale Umweltschutzorganisation schrieb in einem Bericht, dass die japanische Regierung für diesen Zweck lediglich Tritium hervorhebe. Jedoch seien andere in dem verseuchten Wasser enthaltene radioaktive Nuklide wie Kohlenstoff-14, Strontium-90, Cäsium, Plutonium und Iod noch gefährlicher.

Der Bericht zur „Realität der Krise des radioaktiven Wassers Fukushimas“ wurde veröffentlicht, nachdem japanische Medien berichtet hatten, dass Tokio am 27. Oktober eine endgültige Entscheidung über die Entsorgung des verseuchten Wassers aus dem havarierten AKW im Meer treffen werde.

Entgegen der Behauptung der japanischen Regierung sei die Reinigung von Tritium und Kohlenstoff-14 selbst unmöglich. Kohlenstoff-14 reagiere mit Zellgewebe des menschlichen Körpers und von Tieren und verursache genetische Mutationen, hieß es.

Greenpeace warnte auch, dass Strontium-90 und Cäsium Meeresökosysteme langfristig verstrahlen könnten. Die Halbwertszeit von Iod-129, dem Erreger von Schilddrüsenkrebs, betrage 15,7 Millionen Jahre.

Shaun Burnie, leitender Nuklearexperte bei Greenpeace Deutschland, sagte, dass der Stromversorger Tepco und die japanische Regierung den Bürgern von Fukushima und Japans sowie Nachbarländern wie Südkorea und China nicht erklärt hätten, dass das kontaminierte Wasser gefährliche Mengen an Kohlenstoff-14 enthalte.

Der Beschluss für das Ablassen verseuchten Wassers ohne Zustimmung der Nachbarländer stelle einen eindeutigen Verstoß gegen das internationale Seerecht dar. Die südkoreanische Regierung sollte beim Internationalen Seegerichtshof eine einstweilige Verfügung dagegen beantragen, hieß es.

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