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Kim Jong-un befiehlt Abriss südkoreanischer Einrichtungen am Berg Geumgang

2019-10-23

ⓒYONHAP News

Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hat laut Berichten befohlen, die südkoreanischen Einrichtungen am Berg Geumgang abzureißen. Demnach wird befürchtet, dass die Wiederaufnahme innerkoreanischer Touren in die Tourismuszone noch unwahrscheinlicher werde.


Die Touren von Südkoreanern zum Berg Geumgang wurden als Symbol innerkoreanischer Austausch- und Kooperationsprojekte betrachtet. Das leugnete Kim jedoch völlig. Er ordnete an, die südkoreanischen Einrichtungen abzureißen und eigenständige Projekte durchzuführen, die nicht auf den Süden angewiesen sind. Deshalb würde sich der Charakter von Touren zu dem Berg sehr ändern, auch wenn sie wieder aufgenommen würden. Hyundai Asan, Hauptbetreiber der eingestellten Tourprogramme, könnte seinen Status verlieren.


Die Geschichte des innerkoreanischen Tourprojekts zum Berg Geumgang reicht bis 1989 zurück. Damals reiste Chung Ju-yung, der verstorbene Gründer und damalige Vorsitzende der Unternehmensgruppe Hyundai, als erster südkoreanischer Unternehmer zu einem offiziellen Besuch nach Nordkorea. Chung und die nordkoreanischen Behörden schlossen dabei ein Protokoll für die Entwicklung von Touren zum Berg Geumgang ab. Es vergingen jedoch fast zehn Jahre, bis innerkoreanische Touren dorthin tatsächlich durchgeführt wurden. Im November 1998 legte ein Schiff mit den ersten südkoreanischen Touristen nach Nordkorea seit der Teilung des Landes im südkoreanischen Hafen von Donghae an der Ostküste ab. Dies erfolgte, nachdem Chung und Nordkoreas damaliger Machthaber Kim Jong-il im Oktober eine entsprechende Einigung unterzeichnet hatten. In der Anfangsphase übernachteten die Touristen wegen des Infrastrukturmangels in Nordkorea an Bord eines Kreuzfahrtschiffs.


Später wurden in der Touristenregion Einrichtungen wie Hotels und Restaurants gebaut. Im Jahr 2003 startete auch die Reise auf dem Landweg. Die Zahl der bisherigen Besucher knackte im Jahr 2005 die Eine-Million-Marke. Zu diesem Anlass fand damals das KBS Open Concert, ein Musikprogramm des öffentlich-rechtlichen Senders, in der Touristenzone statt. Die südkoreanische Nonghyup-Bank eröffnete dort 2006 eine Filiale. Im Jahr 2008 starteten individuelle Einzeltouren, bei denen Touristen mit ihrem eigenen Auto nach Nordkorea fahren durften. Zudem wurde ein Golfplatz fertiggestellt. Mit der ständigen Verbesserung des Komforts für Touristen entwickelte sich die Region des Geumgang so allmählich zu einem Tourismuskomplex.


Jedoch änderte sich alles aufgrund eines unerwarteten Vorfalls. Am 11. Juli 2008 wurde eine südkoreanische Touristin namens Park Wang-ja beim Spazierung in der Dämmerung von nordkoreanischen Soldaten erschossen. Der Norden begründete den Schritt damit, dass Park in ein militärisches Sperrgebiet eingedrungen sei und bei der Kontrolle die Flucht ergriffen habe. Mit Rücksicht auf die Verhältnisse war die Begründung jedoch nicht überzeugend und es handelte sich eindeutig um einen Fehler der Nordkoreaner.


Der Zwischenfall löste Bedenken über die Sicherheit für die Touristen aus, was schließlich zur Einstellung der Tourprogramme führte. Seitdem wurden die Bemühungen um deren Wiederaufnahme fortgesetzt, ohne dass der Neustart gelang. Im Jahr 2009 trafen sich die Chefin der Hyundai Group, Hyun Jeong-eun, und Kim Jong-il und vereinbarten zwar die Wiederaufnahme der Touren. Dies konnte jedoch nicht durchgeführt werden, weil die Gespräche zwischen Behörden beider Koreas wegen Differenzen erfolglos beendet wurden. Im Jahr 2011 zog sich das gesamte südkoreanische Personal aus der nordkoreanischen Touristenregion zurück.


Die Erwartungen für neue Geumgang-Touren erreichten den Höhepunkt, als Südkoreas Präsident Moon Jae-in und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un im April letzten Jahres im Waffenstillstandsort Panmunjom zusammenkamen und eine gemeinsame Erklärung annahmen. Die Hyundai Group bildete daraufhin eine Arbeitsgruppe mit Hyun an der Spitze. Jedoch gab es keine Fortschritte, da sich die innerkoreanischen Beziehungen inzwischen wieder anspannten.

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