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Zwei Knochen vermutlich von Kriegsgefallenem in DMZ gefunden

2019-04-05

ⓒYONHAP News

Erstmals nach dem Beginn der Ausgrabungsarbeiten in der Demilitarisierten Zone (DMZ) sind Knochen gefunden worden, die vermutlich von einem im Koreakrieg gefallenen Soldaten stammen. Die Arbeiten nahm Südkorea alleine auf, da Nordkorea auf die Anfrage zum Start der Ausgrabungsarbeiten nicht reagiert hatte.


Ein Projekt zur Ausgrabung von Gebeinen gefallener Soldaten in der DMZ gehört zur militärischen Übereinkunft, die Süd- und Nordkorea beim Gipfel am 19. September letzten Jahres in Pjöngjang unterzeichnet haben. Das Projekt verfolgt das Ziel, die DMZ schlussendlich in eine Friedenszone zu verwandeln. Der Hügel Hwasalmeori wurde dafür als Pilotprojekt gewählt. Dort führt Südkorea derzeit alleine Ausgrabungsarbeiten durch.


Das Projekt verlief am Anfang noch reibungslos. Später kam es jedoch wegen einer passiven Haltung des Nordens zum Stillstand. Pjöngjang setzt sich seit der Zeit um den Nordkorea-USA-Gipfel Ende Februar in Hanoi nicht mehr aktiv dafür ein, innerkoreanische Vereinbarungen umzusetzen. Beide Koreas hatten vereinbart, bis Ende Februar ihr Personal für das gemeinsame Bergungsteam zusammenzusetzen und die Listen auszutauschen. Das südkoreanische Verteidigungsministerium informierte am 6. März Nordkorea über die Zusammensetzung, Nordkorea reagierte jedoch nicht darauf. Daraufhin schlug Südkorea militärische Gespräche für die Umsetzung der Militärübereinkunft vor. Eine Antwort Nordkoreas darauf blieb ebenfalls aus. Schließlich setzte das südkoreanische Militär etwa 100 Personen ein, um alleine Arbeiten zur Ausgrabung von Gebeinen zu beginnen.


Es wird erwartet, dass am Hügel Hwasalmeori viele sterbliche Überreste von Kriegsgefallenen gefunden werden. Der Hügel befindet sich im sogenannten Eisernen Dreieck zwischen Cheorwon, Gimhwa und Pyeonggang. Die Region ist ein Verkehrsknotenpunkt, wo Straßen aus verschiedenen Regionen in Nordkorea nach Seoul zusammentreffen. Deshalb diente sie während des Koreakriegs als Zwischenstation für nordkoreanische Soldaten und Kriegsgeräte, die an die Front geschickt wurden. Wegen dieser strategischen Wichtigkeit wurden sich dort erbitterte Gefechte geliefert.


Der Hügel Hwasalmeori ist vor allem wegen zwei Gefechten von Ende Juni und Anfang Juli 1953 bekannt. Beim Kampf Ende Juni konnten südkoreanische Soldaten, die den Hügel erobert hatten, einen Angriff chinesischer Truppen zurückschlagen. Beim Gefecht Anfang Juli konnten südkoreanische Streitkräfte den Hügel zurückerobern, nachdem sie ihn zuvor verloren hatten. Dabei fielen 180 südkoreanische Soldaten, weitere 16 gelten bis heute als vermisst. Auf der anderen Seite wurden 1.300 chinesische Soldaten getötet. Am selben Ort hatten auch US-amerikanische und französische Soldaten Gefechte gegen Nordkorea und China abgehalten. Da sich der Hügel innerhalb der DMZ befindet, erfolgte dort auch nach dem Abschluss des Waffenstillstands keine Ausgrabung von Gebeinen. Das südkoreanische Militär vermutet dort die sterblichen Überreste von etwa 200 südkoreanischen und 100 US-amerikanischen sowie französischen Soldaten.


Bei anderen im innerkoreanischen Militärabkommen vereinbarten Projekten kam es ebenfalls zum Stillstand. Nordkorea zeigte sich bis Ende letzten Jahres noch aktiv bei der Umsetzung der militärischen Vereinbarungen. Dazu zählen ein probeweiser Abzug von Wachposten in der DMZ, die Entmilitarisierung der Gemeinsamen Sicherheitszone (JSA) am Waffenstillstandsort Panmunjom und eine gemeinsame Untersuchung einer Wasserstraße in der Mündung des Flusses Han. Nachdem der Zeitplan für den zweiten Gipfel mit den USA festgelegt worden war, wurde Nordkoreas Haltung jedoch passiv. Im laufenden Jahr kam bislang nur ein Treffen zwischen den Verteidigungsbehörden beider Koreas zustande. Das Treffen erfolgte Ende Januar in Panmunjom, als der Süden dem Norden eine Seekarte überreichte, die auf der Grundlage der Ergebnisse der gemeinsamen Untersuchung in der Mündung des Flusses Han erstellt wurde.

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