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Nodkorea nimmt nach längerer Pause wieder Raketentests auf

2020-03-05

© YONHAP News

Nordkorea hat am Montag von der Ostküste bei Wonsan aus im Abstand von 20 Sekunden zwei Projektile in Richtung Ostmeer abgefeuert. Beide flogen bei einer maximalen Flughöhe von 35 Kilometern etwa 240 Kilometer weit. Nach Einschätzung des Generalstabs der südkoreanischen Streitkräfte handelte es sich um zwei ballitische Raketen von kurzer Reichweite. Es war der erste Raketentest durch Nordkorea seit Ende November, als das Land einen “supergroßen Mehrfachraketenwerfer” erprobt hatte. Zum Thema sagt der politische Kommentator Lee Jong-hoon:


Nordkorea sagt, dass der Abschuss Teil seiner oft durchgeführten Militärübungen gewesen sei. Es wollte offenbar betonen, dass das nicht als Provokation gemeint war. Die jüngsten Übungen, die von Machthaber Kim Jong-un beaufsichtigt wurden, schließen den Test von Mehrfachraketenwerfern und Kurzstreckenraketen ein, die auf Südkorea abzielen und nicht auf die USA. Die Tests seien Teil regelmäßiger Manöver. 


Es gibt trotzdem Spekulationen, wonach der jüngste Raktentest ein Warnsignal an die USA sein könne. Es ist seit dem gescheiterten Gipfeltreffen zwichen Nordkorea und den USA in Hanoi bereits ein Jahr vergangen. Die USA haben seitdem keinen neuen Vorschlag für die Nuklearverhandlungen zwischen beiden Ländern vorgelegt: 


Nordkorea könnte eine Langstreckenrakete, eine U-Boot-gestützte Rakete oder ein Raketentriebwerk testen, um mehr Aufmerksamkeit durch die USA auf sich zu lenken. Doch solche Tests benötigen größere Vorbereitungen und sind teuer. Nordkorea ist unzufrieden wegen des Stillstands in den bilateralen Arbeitsgesprächen. Es scheint, als ob es eine geringfügige Warnung an die USA durch den Test einer Kurzstreckenrakete senden wollte. 


Die USA scheinen wegen der Raketentests nicht besonders besorgt. US-Präsident Donald Trump spielte die Tests herunter. Er deutete damit an, dass Washington nicht jedesmal auf Pjöngjangs Waffentests reagiert, durch die es auf die USA Druck ausüben will, solange keine größere Bedrohung für das eigene Festland vorliegt. Trump konzentriert seine Bemühungen jetzt darauf, dass sich die Lungenkrankheit Covid-19 nicht ausbreitet. Es wird angenommen, dass die US-Regierung befürchtet, dass jede ernsthafte Reaktion auf Nordkoreas Verhalten die Präsidentenwahl im November negativ beeinflussen könnte: 


Zahlreiche Experten in den USA sagen, dass Trump im Moment nicht besonders an Nordkorea interessiert ist. Es wird berichtet, dass Trump glaubt, es sei keine Eile geboten, um die Beziehungen zu Nordkorea zu verbessern. Doch Nordkorea ist zunehmend beunruhigt. Ich denke, das ist der Grund, warum es versucht, einige Provokationen zu unternehmen. 


Auf der anderen Seite gehen Beobachter davon aus, dass der jüngste Raketentest durch Nordkorea vor allem eine Botschaft an die eigene Bevölkerung enthalten habe. Die offzielle Zeitung Rodong Sinmun berichtete, dass etwa 7000 Bürger mit Symptomen einer Infektion mit dem neuen Coronavirus unter Quarantäne gestellt worden seien. Nordkorea könnte also mit neuen Raketentests auch versuchen, die innere Einheit zu stärken: 


Weil sich die nordkoreanische Wirtschaft wie auch die öffentliche Stimmung verschlechtert, prognostizieren viele, dass Machthaber Kim Jong-un Provokationen unternehmen wird. Die nordkoreanischen Medien berichteten, dass Kim zuletzt die Militärübungen besucht habe, um den Menschen zu zeigen, dass seine Führerschaft nicht angekratzt ist und dass das Regime gut funktioniert.  


Doch Nordkoreas Raketentests könnten den Zielen der südkoreanischen Regierung zuwiderlaufen. Die Tests erfolgten nur einen Tag nach einem Vorschlag von Präsident Moon Jae-in über die innerkoreanische Zusammenarbeit im Gesundheitsbereich. Südkorea äußerte sein Bedauern wegen des Verhaltens Nordkoreas. Kim Jong-uns Schwester Kim Yo-jong bezeichnete die Kritik des Präsidialamts in Seoul in einer Erklärung als “schwachsinnig”. Die Tests seien Teil einer Routineübung für die Selbstverteidigung gewesen: 


Während Kim harsche Worte benutzte, um das Präsidialamt zu verurteilen, nahm sie davon Abstand, Präsident Moon direkt zu kritisieren. In einer Erklärung betonte sie, dass Südkorea, welches seine eigenen Militübungen durchführe und selbst strategische Waffen einkaufe, kein Recht habe, Nordkoreas Selbstverteidigungstraining zu kritisieren. Es scheint, als ob Nordkorea mit der scharf lautenden Erklärung die Verhandlungsposition verbessern will. 


Unklar ist, ob Nordkorea sich weitere Provokationen leisten wird. Die Tests könnten demnach nur ein Vorspiel sein. Nordkorea führte seit 2015 drei Jahre nacheinander Angriffsübungen durch, doch verzichtete es darauf in den Jahren 2018 und 2019. Experten befürchten, dass jetzt die Wiederaufnahme solcher Übungen die Absicht Nordkoreas andeute, militärische Spannungen zu schüren: 


Nordkorea könnte eine neue strategische Waffe demonstrieren, die von Kim Jong-un erwähnt wurde. Diese Waffe ist nicht bloß ein Mehrfachraketenwerfer oder eine Boden-Boden-Rakete. Sie könnte vielmehr eine Interkontinentalrakete oder eine U-Boot-gestützte Rakete sein. Das ist der Grund, warum die USA die Beobachtung Nordkoreas verstärken. Falls die USA weiter zu den verschiedenen Forderungen Nordkoreas schweigen, so wird Pjöngjang nicht nur ruhig abwarten. Das heißt, Nordkorea wird nicht auf die US-Präsidentenwahl warten, sondern weitere Provokationen unternehmen.

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