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Japaner schreiben gerne Neujahrskarten

#Asien Kompakt l 2019-02-06

Kreuz und Quer durch Korea

© Getty Images Bank

Japaner schreiben immer noch gerne Neujahrskarten. Sinichi Gimura, ein Firmenangestellter in Tokio, kauft jedes Jahr im Dezember über 50 Neujahrskarten, die er an Freunde, Kollegen und Geschäftspartner verschickt. Auf der Neujahrskarte informiert er seinen Bekanntenkreis auch darüber, was sich in seinem Leben geändert hat. 


Auch die Ehefrau von Herrn Gimura verschickt etwa 30 Neujahrskarten an Freunde und Verwandte. Einige davon bastelt sie selbst mit Fotos der Familie. Gimura sagt, beim Basteln der Neujahrskarten könne er selbst auf das vergangene Jahr zurückschauen. Dank den Neujahrskarten könne er auch mit Bekannten und Geschäftspartnern, von denen er lange Zeit nichts mehr gehört hatte, wieder in Kontakt kommen. Im digitalen Zeitalter hat bei den Japanern die Beliebtheit von handgeschriebenen Neujahrskarten, auf die man eine Briefmarke kleben und die man zur Post bringen muss, nicht nachgelassen. 2017 wurden 2.965. 260.000 Neujahrskarten für das Jahr 2018 abgesetzt. Ein Japaner kaufte im Schnitt 23,5 Stück. 


In Japan gibt es den Brauch, dass Personen, von denen ein Angehöriger in dem betreffenden Jahr gestorben ist, keine Neujahrskarten verschicken. In diesem Falle schicken die betreffenden Personen eine Postkarte an die Bekannten, mit der sie sich entschuldigen, dass sie keine Neujahrskarte schicken können, weil jemand in der Familie gestorben ist. Es ist Brauch, dass man an den Absender einer solchen Postkarte keine Neujahrskarte schickt. Der Einfluss der digitalen Technik macht aber auch in Japan nicht Halt. Die Zahl der verkauften Neujahrskarten betrug im Jahr 2003 noch 4.459. 360.000 und geht seitdem jedes Jahr zurück.

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