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Südkorea sperrt Luftraum für Boeing 737 Max

#Thema des Tages l 2019-03-15

Nachrichten

ⓒKBS News

Bei der B737-Serie des US-amerikanischen Unternehmens Boeing handelt es sich um weltweit beliebte Passagiermaschinen. Die Boeing 737 MAX ist die Hauptversion der nächsten Generation, die an den guten Ruf der B737-Familie anknüpfen soll. Das Modell ist 35,92 Meter breit und 39,52 Meter lang und fliegt mit einer Geschwindigkeit von 839 Stundenkilometern. Die maximale Reichweite beträgt 6.570 Kilomter. Die Maschine verfügt über bis zu 210 Sitze und wird seit 2017 für kommerzielle Flüge eingesetzt.


Weltweit besitzen 47 Fluggesellschaften Maschinen des Typs Boeing 737 Max 8. Die US-amerikanische Fluggesellschaft Southwest Airlines betreibt 34 Maschinen dieses Typs und liegt damit an der Spitze. American Airlines, Air Canada und China Southern Airlines besitzen mehr als 20 Flugzeuge dieses Modells. Vor dem jüngsten Absturz gab es weltweit über 8.500 Flüge mit der B737 Max 8 in der Woche.


Unter den südkoreanischen Fluggesellschaften besitzt Eastar Jet als Einzige zwei B737 Max 8. Die Billigfluggesellschaft führte im Zeitraum vom Ende letzten Jahres bis Anfang dieses Jahres beide Maschinen nacheinander ein und setzte sie unter anderem auf Strecken nach und von Japan und Thailand ein. Das Unternehmen beschloss am Dienstag, beide Flugzeuge vorläufig am Boden zu lassen. Mittel- und langfristig ist vorgesehen, dass 100 Einheiten dieses Typs nach Südkorea eingeführt werden. Dieses Jahr sollen sechs Maschinen an Korean Air ausgeliefert werden, vier an Eastar Jet und vier an T´way Air.


Innerhalb von fünf Monaten kam es zum Absturz von zwei Maschinen des Typs B737 Max 8. Am 10. März stürzte eine B737 Max 8 von Ethiopean Airlines auf dem Weg nach Nairobi nur sechs Minuten nach dem Start ab. Dabei kamen alle 157 Menschen an Bord ums Leben. Im letzten Oktober stüzte eine Maschine desselben Typs der indonesischen Airline Lion Air ab, was 189 Menschen das Leben kostete.


Unmittelbar nach dem jüngsten Absturz beschlossen eine Reihe von Ländern, allen voran China und Indonesien, die Maschinen dieses Typs am Boden zu lassen. Viele Länder verboten zudem, dass diese Flugzeuge ihre Flughäfen ansteuern. Trotzdem beharrten die USA zunächst auf der Position, dass das Modell lufttüchtig sei. Nachdem über 40 Staaten ihren Luftraum für das Modell gesperrt hatten, gaben die USA jedoch nach. Die USA und Kanada gaben am Mittwoch die Entscheidung bekannt, die Maschinen des Typs B737 Max am Boden zu lassen.


Dabei ist der von US-Behörden genannte Grund für das Flugverbot bemerkenswert. Es hieß, dass es Ähnlichkeiten zwischen den Flugzeugabstürzen in Indonesien und Äthiopien gebe. Damit wird auf die Möglichkeit eines technischen Fehlers an der Maschine hingewiesen, über den nach dem Crash in Äthiopien spekuliert worden war. Der US-Luftfahrtbehörde FAA lägen bereits Berichte von US-Piloten über entsprechende Fälle vor. Sie hätten das sogenannte „Nose down“-Phänomen erfahren, einen augenblicklichen Sturzflug des Bugs, hieß es. Ein Pilot sagte, es sei bereits ein gefährliches Signal, dass man sich einer Notlösung bewusst sein müsse, wenn man dieses Flugzeug steuern wolle. Daher besteht die große Wahrscheinlichkeit, dass die Unglücke auf einen Mangel an der Maschine oder Softwarefehler zurückzuführen sind.

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