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Gezupfte Saiteninstrumente

#Musik verbindet l 2020-11-18

Musik verbindet


Bei westlichen Saiteninstrumenten wird in der Regel ein Bogen über die Saiten gestrichen. So verfährt man beispielsweise bei der Geige, der Bratsche oder dem Cello. Das gleiche Prinzip gilt auch für die koreanischen traditionellen Saiteninstrumente wie das Haegeum und das Ajaeng. Beim Gayageum, Geomungo und der Bipa allerdings werden die Saiten mit den Fingern oder einem Gegenstand gezupft, und unter diesen stellt das Gayageum das beliebteste koreanische Zupfsaiteninstrument dar. Das Gayageum soll auf den König Gasil vom Reich Gaya zurückgehen. Bei diesem alten Königreich handelte es sich um ein Bündnis mehrerer Stammnationen und König Gasil ordnete die Anfertigung eines Musikinstruments an, um die unterschiedlichen Sprachen und Musikstile der Stämme zusammenzubringen, worauf das Gayageum entstand. 


Als Vater des Gayageum gilt Ureuk, der Musikstücke basierend auf der Musik verschiedener Regionen komponierte und auch aufführte. Ureuk suchte später mit dem Gayageum Zuflucht in dem benachbarten Königreich Silla, als das Königreich Gaya dem Untergang geweiht zu sein schien. Seine Flucht ins feindliche Nachbarland mit dem Musikinstrument aus Gaya wurde ihm von nicht wenigen als Landesverrat ausgelegt. Andererseits sicherte Ureuks Entscheidung wohl das Überleben dieses alten Instruments bis in die heutige Zeit. In dieser Hinsicht könnte Ureuk als Patriot angesehen werden. 


Das Gayageum hat über tausend Jahre seine ursprüngliche Form beibehalten können. Gegen Ende der Joseon-Zeit wurde es jedoch zum Sanjo-Gayageum modifiziert, was zu einer Reduktion der Größe und zu enger anliegenden Saiten führte. Mit dem neuen Gayageum konnten daraufhin schnellere und unterschiedlichere Melodien gespielt werden, was zur Entwicklung der improvisatorischen Gayageum-Musik beitrug. Diese Sanjo-Musik ist gekennzeichnet durch einen Rhythmus, der langsam startet, allmählich an Tempo gewinnt und am Ende in einen schnellen Rhythmus mündet. Die Einführung von Gayageum-Sanjo im späten 19. Jahrhundert bereicherte die koreanische Musik durch die vielen improvisatorischen Sanjo-Stücke, die auch für andere traditionelle Instrumente komponiert wurden. 


Anders als beim Gayageum werden beim Geomungo die Saiten mit dem „Suldae“술대 gezupft, einem kurzen und dünnen Bambusstöckchen, das zwischen dem Zeige- und Mittelfinger gehalten wird. Das Geomungo besitzt sechs Saiten, doch für die Melodien werden meist nur die zwei Saiten „Yuhyeon“유현 und „Daehyeon“대현 gespielt. Die Yuhyeon-Saite ist so dünn wie die Saiten vom Gayageum und produziert einen hellen Klang. Mit der Daehyeon-Saite, die etwa zwei- bis dreimal dicker ist als die Yuhyeon-Saite, wird dagegen ein tiefer, nachhallender Klang produziert. Eine Art, die Geomungo-Musik zu genießen, ist, auf die unterschiedlichen Klänge zu achten. 


In der Vergangenheit dienten langsame schlichte Geomungo-Stücke den Gelehrten dazu, ihren Geist zu trainieren und zu meditieren. Im Laufe der Zeit wurde die Geomungo-Musik jedoch schneller und gefühlvoller. Das letzte Stück für heute ist eines mit dem Stahl-Ajaeng. Das Ajaeng ist das größte traditionelle Saiteninstrument und produziert die tiefsten Klänge. Für gewöhnlich werden mit den Fingern die Saiten gezupft, gelegentlich wird aber auch ein Bogen über die Saiten gestrichen. In dem Stück „Stahl-Ajaeng-Sinawi“ kommen das Stahl-Ajaeng, das Sanjo-Ajaeng und das Geomungo zum Einsatz und das Stück zeigt, wie harmonisch die verschiedenen Zupfsaiteninstrumente zusammen klingen können.


Musik

  1. „Jajinmori” aus dem Gayageum-Sanjo, gespielt am Gayageum von Hamdong Jeongwol 최옥삼류 가야금산조 중 자진모리 / 가야금 함동정월, 북 김명환
  2. Zweiter Satz von „Surijae“, gespielt am Geomungo von Jeong Dae-seok 수리재 중 2악장 흥취 / 거문고 정대석
  3. „Stahl-Ajaeng Sinawi“, gespielt auf dem Stahl-Ajaeng von Yun Yun-seok, auf dem Ajaeng von Yun Seo-gyeong, auf dem Geomungo von Kim Mu-gil 철아쟁 시나위 / 철아쟁 윤윤석, 아쟁 윤서경, 거문고 김무길

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