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Wirtschaft

Die wachsende Nachfrage nach Subscription Economy-Service

#Thema der Woche l 2020-03-09

Wirtschaft Aktuell

© Netflix

Durch die rasche Ausbreitung des neuartigen Coronavirus verändert sich der Alltag der Menschen in Südkorea. Der Beginn des neuen Schuljahrs zum Beispiel ist verschoben worden. Viele Menschen gehen nicht mehr auswärts essen und immer mehr Büroangestellte arbeiten von Zuhause. Einige Industriezweige profitieren davon. Dazu zählen auch Anbieter von sogenannten Subscription Economy-Diensten, oder Abonnement-Diensten. Zum Thema sagt der Direktor des Real Good Economic Institute, Lee In-chul:


Die Situation um COVID-19 verändert die Verbrauchertrends. Während die Sharing Economy an Schwung verloren hat, wächst die Subscription Economy. Kunden zahlen dabei einen Bezugspreis auf regelmäßiger Basis, um Zugang zu Gütern und Diensten zu haben, anstatt sie zu kaufen. Zahlreiche Menschen gehen nicht mehr nach draußen, weil sich das Virus schnell ausbreitet. Das bedeutet, eine zunehmende Zahl an Menschen bleibt zuhause und nutzt Video-Stream-Dienste wie Netflix. Global Big Data Research untersuchte 12 Kanäle vom 15. bis zum 28. Februar, darunter YouTube, und fand heraus, dass die Nutzung von Netflix in diesem Zeitraum stark anstieg. Das wachsende Interesse am größten Video-Content-Service führte dazu, dass dessen Aktienwert im Februar um 6 Prozent zulegte. 


Zwischen dem 1. Januar und dem 2. März ging die Zahl der Kinobesucher in Korea um 40 Prozent zurück. Dagegen stieg der Gebrauch von Online-Streaming-Diensten, auch als OTT, oder “over the top”. In anderen Regionen der Welt ist die Situation ähnlich: 


Nach Angaben der Investmentbank Credit Suisse betrug 2015 der Marktwert der Subscription Economy 420 Milliarden Dollar, doch werde er 2020 auf 530 Milliarden Dollar steigen. Die Harvard Business Review berichtete, das Business-to-Consumer-Subcription-Geschäft zog 2017 in den USA mehr als 11 Millionen Abonnenten an. Der Zuora-Index für die Subscription Economy zeigt, dass der Umsatz im Subscription-Geschäft um das Neunfache schneller wuchs als die Unternehmensumsätze der S&P500 und um das Vierfache schneller als die US-Einzelhandelsumsätze. 


In der Subscription Economy zahlen die Nutzer für etwas, das sie nicht besitzen. Das Konzept ist nicht neu. Die Menschen beziehen traditionell ihre Tageszeitung im Kundenabo. Doch die Subscription Economy geht angesichts der Informationstechnologie darüber hinaus. Ein weiterer Faktor für den Erfolg ist die Kosteneffektivität: 


Der Schlüssel der Subscription Economy ist das Angebot von personalisierten Optionen. Das erfordert die Kombination von künstlicher Intelligenz (KI) und Big Data. Zum Beispiel führte das koreanische Telekomunternehmen KT einen neuen Service für mobile Video-Inhalte unter Verwendung von KI-Technologie ein. Es analysiert den Gesichtsausdruck der Abonnenten wie auch ihre persönliche Geschichte sowie das Wetter, um einen optimal zugeschnittenen Kunden-Content zu empfehlen. Der führende Portal-Betreiber in Korea, Naver, führte ebenfalls einen KI-basierten Musik-Empfehlungsservice ein, VIBE genannt. Indem es Deep Learing-Technologie verwendet, analysiert es die Vorzüge des Nutzers. 


Für Verbraucher, die komplizierte und zeitaufwendige Produkte und Dienste meiden, bietet das Abonnement-Geschäftsmodell Qualitätsdienste unter Verwendung von KI und Big Data:  


Subskriptionsdienste entwickeln sich auf eine Art und Weise, die die Bedürfnisse der Verbraucher treffen. Der Nahrungsmittel-Lieferservice Market Kurly zum Beispiel lenkte seine Aufmerksamkeit auf frische Produkte, die im Vergleich zu anderen Produkte von den Verbrauchern öfter bestellt werden. Doch könnten sie besorgt sein, dass die Kosten für Frischprodukte steigen. Market Kurly bietet deshalb einen freien Lieferservice für Kunden an, die Produkte im Wert von 15.000 Won oder mehr kaufen. Die Kunden erhalten unbegrenzten Zugang zu diesem Dienst, wenn sie monatlich eine Bezugsgebühr von 4500 Won zahlen. 


Die Entwicklung der Subscription Economy bereichert die Konsumentenerfahrung. Das amerikanische Start-up-Unternehmen Universal Yums beispielsweise sendet Kunden jeden Monat eine Kiste mit Snacks aus einem anderen Land. Das neue Geschäftsmodell kämpft natürlich auch mit Problemen: 


Es gibt Probleme mit dieser neuen Art des Konsums. Nutzer von mehreren Abonnement-Diensten könnten sich fragen, wann sie sie sich für einen bestimmten Service anmelden. Subscription ist eine Aktion, um sich vorübergehend Güter zu leihen oder Dienste in Anspruch zu nehmen. Es kann also der Eindruck entstehen, dass das im Vergleich zum Kauf nicht so teuer ist. Die Verbraucher könnten also geneigt sein, zu viele Dienste in Anspruch zu nehmen, und es könnte einen übermäßigen Verbrauch fördern. Insbesondere im Fall der Online-Subscription geschieht die Bezahlung automatisch, sobald die Nutzer etwas abonnieren. Das ist bequem, es könnte aber auch dazu führen, dass sie nicht mehr über die Ausgaben nachdenken. Es gibt immer mehr Stimmen, die eine Kontrolle und eine Ergänzung zur Subscription Economy fordern. Die Regierung sollte genauere und verschiedene Unterstützungsmaßnahmen ausarbeiten, um den Markt für die Subscription Economy auszuweiten und deren Geschäftspotenzial zu erhöhen. 


Für Unternehmen ist die Subscription Economy ein wirksames Mittel, um Kunden lange Zeit an sich zu binden. Wenn Südkorea die größten Vorteile daraus zieht und die Mängel behebt, könnte das Modell zu einem neuen Wachstumsmotor für das Land werden. 

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