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Kultur

Daechwita

#Musik verbindet l 2020-08-05

Musik verbindet


Suga von der populären K-Pop-Gruppe BTS ist auch bekannt als Rapper Agust D. Anfang dieses Jahres gab er einen Solo-Rap mit dem Titel „Daechwita“대취타 heraus, das große Aufmerksamkeit erhielt und das Interesse für dieses Genre der traditionellen koreanischen Musik wiederbelebte. Bei Daechwita handelt es sich um eine traditionelle Militärmusik, die gespielt wurde, wenn der König sich auf einen Ausflug begab. „Chi“취 und „ta“타 bedeuten jeweils „blasen“ und „schlagen“ und beziehen sich damit auf die Blas- und Schlaginstrumente. Im alten Korea sah man nur selten den König außerhalb seines Palastes. Wenn es doch dazu kam, strömten die Menschen auf die Straßen, um einen Blick auf ihn zu erhaschen. Die königliche Parade wurde von den Trommlern oder den Bläsern angeführt, während am Ende die Musiker folgten, die auf der Flöte Piri oder auf den Saiteninstrumenten wie Daegeum oder Haegeum spielten. An der Spitze gab eine Person mit einem Stab bzw. dem „Deungchae“등채 den Takt vor und rief dabei „Myeonggeumilha daechwita“명금일하 대취타, was frei übersetzt werden kann mit „Spielt Daechwita bei einem Gongschlag“.


Im Stück „Daechwita“ von BTS-Mitglied Suga hört man am Anfang den Piri-Meister Jeong Jae-guk정재국. Beim Daechwita kommen, wie bereits am Anfang erwähnt, hauptsächlich Blas- und Schlaginstrumente zum Einsatz. Allerdings kann mit traditionellen Blasinstrumenten wie der Messingtrompete Nabal나발 oder dem Muschelhorn Nagak나각 nur eine Tonhöhe und keine richtige Melodie erzeugt werden. Zuständig für die Melodie ist das Taepyeongso태평소, ein Blasinstrument, das in den alten Dokumenten auch als Hojeok호적 oder Swaenap쇄납 bezeichnet wird. Für gewöhnlich werden die traditionellen koreanischen Blasinstrumente aus Bambus hergestellt. Das Taepyeongso aber besteht aus dem festen Holz der Jujube oder des Weidenbaumes, und am Ende des Instruments ist ein Schalltrichter aus Metall angebracht. Sein durchdringender und auch über weite Entfernung hörbarer Klang eignet sich damit hervorragend für Vorführungen im Freien. Das Taepyeongso kam deshalb auch häufig bei militärischen Veranstaltungen, buddhistischen Ritualen sowie in der traditionellen Bauernmusik zum Einsatz. Ein reizvolles Taepyeongso-Stück ist „Neungge”능게, das einem Volkslied aus der Region Gyeonggi mit dem Titel „Changbutaryeong“창부타령 ähnelt, aber für Improvisationen offen bleibt. Die Neunggae-Melodie wurde von der Gruppe Seo Taiji and Boys in ihrem Lied „Anyhow Song“ wieder aufgegriffen, und das Lied stieß Anfang der 1990er Jahre auf ein breites und positives Interesse. 


Seit die westliche Musik auch ihren Weg nach Korea gefunden hat, haben sich die traditionelle sowie die westliche Musik gegenseitig immer wieder beeinflusst. Volkslieder im neuen K-Pop-Stil gewinnen an Popularität und konnten sich mit Hilfe von professionellen Pansori-Sängern sogar zu einem neuen Genre der traditionellen koreanischen Musik etablieren. Zwischen zwei gänzlich unterschiedlichen Musikrichtungen konnten die Grenzen gesprengt werden, worauf musikalisches Neuland erschlossen werden konnte. Als letztes soll eine Passage aus dem Pansori „Heungboga“ vorgestellt werden, in der Nolbo seinen jüngeren Bruder Heungbo aus dem Haus jagt. Auf dieser Passage basiert auch das Lied mit dem Titel „Heungbo ist geschockt“, mit dem das männliche Gesangsduo „Yukgaksu”육각수 1995 bei einem Gesangswettbewerb den ersten Platz gewinnen konnte. Obgleich die beiden jungen Sänger mit der traditionellen koreanischen Musik wenig vertraut waren, wurde das Lied als ein beeindruckender Versuch bewertet. Das Lied entwickelte sich zu einem Hit und prägte den Begriff „Pansori Rap“. Was in Zukunft aus der Verbindung von westlicher und traditioneller Musik noch entstehen wird, darauf kann man jedenfalls gespannt sein. 


Musik

  1. „Daechwita“, gespielt vom Ensemble für Hofmusik des National Gugak Center 대취타 / 연주 국립국악원 정악단
  2. „Neungge“, gespielt auf dem Taepyeongso von Lee Saeng-gang 능게 / 태평소 이생강
  3. Ausschnitt aus dem Pansori „Heungboga“, gesungen von Oh Jeong-suk 흥보가 중 놀보가 흥보 내쫓는 대목 / 소리 오정숙

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