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Welt

Zehntausende demonstrieren in Bangkok gegen die Monarchie

#Asien Kompakt l 2020-09-23

Kreuz und Quer durch Korea

ⓒ KBS

In Thailand werden Proteste gegen den König immer lauter. Am vergangenen Wochenende gingen Tausende junge Menschen zu Demonstrationen auf die Straßen. Nach Angaben der Behörden war die Demonstration mit rund 20.000 Teilnehmern die größte seit Jahren. 


Die Demonstranten hatten sich im Zentrum von Bangkok am Sanam Luang, gegenüber dem alten Königspalast, versammelt und eine Reform der Monarchie und des politischen Systems in Thailand gefordert. Auf dem Boden des freien Platzes hatten die führenden Köpfe der Studentenbewegung am Samstag eine Tafel angebracht auf der stand, dass dieses Land dem Volk und nicht dem König gehöre. Die Tafel wurde jedoch tags darauf entfernt. 


Das Königreich Thailand ist seit 1932 eine konstitutionelle Monarchie. Bemerkungen und Aktionen, die den Grundsätzen der Monarchie zuwiderlaufen, sind seitdem streng verboten. Gemäß dem Gesetz zur Majestätsbeleidung kann Kritik an dem König mit einer hohen Haftstrafe von bis zu 15 Jahren geahndet werden. Seit dem Militärputsch 2014 nutzt die Regierung das strenge Gesetz, um Kritiker aus dem Weg zu räumen.  


Das berauschende Leben des Königs in Zeiten der Corona-bedingten Wirtschaftskrise und die Fehlpolitik der Militärregierung haben jedoch unter den Thailändern einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Am 18. Juli fanden erstmals seit Ausrufen des Corona-Notstands Proteste gegen die Regierung von Ministerpräsident Prayut Chan-o-cha statt. Die Demonstranten forderten unter anderem eine neue Verfassung und die Auflösung des größtenteils vom Militär besetzten Parlaments, damit Neuwahlen stattfinden können. Im Zuge der Proteste gab es erstmals öffentliche Kritik am König. Studenten forderten neben Reformen des politischen Systems auch die Einschränkung der Macht des Königshauses. 


Seit die Protestbewegung im Juli an Fahrt gewonnen hat, wagen sich die überwiegend jungen Demonstranten immer weiter vor. Bei der jüngsten Kundgebung am Wochenende übergaben sie der Polizei ein Schreiben an König Vajiralongkorn mit zehn Forderungen für eine Reform der Monarchie. 


Innerhalb der Protestbewegung gibt es allerdings auch Stimmen, die sich vor einem möglichen Einsatz von militärischer Gewalt wie beim Volksaufstand 1973 sorgen, sollten die Demonstrationen ausufern. BBC berichtete, dass Thailand einen bislang noch nie beschrittenen Weg gehe und es keine Gewissheit darüber gebe, was sich in den nächsten Monaten in dem Land ereignen werde.

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