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Internationales

Nordkoreanischer Ex-Diplomat: Materialismus wird in Nordkorea Veränderungen bringen

Write: 2019-09-20 09:49:03Update: 2019-09-20 11:11:57

Nordkoreanischer Ex-Diplomat: Materialismus wird in Nordkorea Veränderungen bringen

Photo : KBS News

Nach Einschätzung eines früheren nordkoreanischen Diplomaten wird der Materialismus in Nordkorea eines Tages Veränderungen bringen.

Das aktuelle Regime könne als sozialistisches Skelett bezeichnet werden. Die Knochen hätten eine sozialistische Struktur, aber das Fleisch sei bereits kapitalistisch geworden, sagte Thae Yong-ho in einem Interview mit der US-Zeitschrift „Time“, das am Mittwoch (Ortszeit) veröffentlicht wurde. Thae war stellvertretender nordkoreanischer Botschafter in Großbritannien gewesen, bevor er 2016 mit seiner Familie nach Südkorea flüchtete.

Die Milleniumsgeneration in Nordkorea interessiere sich nicht für kommunistische oder sozialistische Inhalte. Sie interessierten sich nur für amerikanische oder südkoreanische Filme oder Fernsehserien. Ihre Blicke seien nicht auf ideologische Dinge, sondern auf materielle Dinge gerichtet, sagte Thae.

Auf die Frage, ob jemand das nordkoreanische Regime von innen heraus zu ändern versuche, antwortete Thae, dass dies im Moment nicht der Fall sei.

Er wies dabei darauf hin, dass in einem sozialistischen Staat die dritte Generation einen Wandel herbeiführt, und nannte als Beispiele die Sowjetunion und derzeit Hongkong. Kim Jong-un sei in der nordkoreanischen Führung der Einzige in seinen Dreißigern. Die Macht liege aber immer noch in den Händen der gnadenlosen zweiten Generation. In zehn oder 20 Jahren, wenn die Macht bei der dritten Generation liege, würden die Menschen mutig genug sein, um auf die Straße zu gehen, sagte Thae.

Er vereinte zugleich die Frage, ob Kim Jong-un als Vertreter der dritten Generation Reformen einleiten könnte. Kims Familie wolle, dass die Dynastie fortbestehe. Ein endgültiger Wandel in Nordkorea werde aber durch den Zusammenbruch der Kim-Dynastie herbeigeführt, betonte Thae.

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